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Normale Version: Brando: Klassiker als Footy
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hallo zusammen
Den Plan für diese Footy liess ich mir zu Weihnachten schenken.
https://www.woodenboat.com/boat-plans-ki...ooty-plans
Ich liebe solche klassischen Boote, ob manntragend oder als Modelle.
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1969 baute ich mit 17 Jahren erstmals ein Modell mit Gaffelsegel. Ich fand damals antiquarisch ein Buch vom legendären Arthur Tiller mit Entwürfen und Bautechniken aus den 1930er Jahren. Schon damals verwendete ich statt Sperrholz Balsaholz. Da der Plan vermasst war, zeichnete ich ihn vor dem Bau selbst 1:1 auf. Eine Fernsteuerung vermochte ich damls nicht, war auch nicht vorgesehen. Eine ganz einfache Selbststeuerung half Windböen etwas auszugleichen und einen eingestellten Kurs zu halten. Der Rest war Trimm.
Als ich vor Jahren den Plan der Brando im Woodenboat Magazine erstmals sah, erinnerte er mich sofort an meine Jugendjahre. Jetzt, wo ich sehr viel zu Hause bin beschloss ich Brando zu bauen.
Der Plan ist ein Heft mit 12 Zeichnungen, Baustufenfotos und kurzen Beschreibungen, einer Materialliste und den Footy-Class-Rules.
Die Brando ist kein Projekt für unerfahrene Modellbauer.

Der Plan ist von Flavio Faloci, Naval Architect in Genua liebevoll Freihand gezeichnet, eine Augenweide.
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Alle Details sind zu finden, 3-Seitenrisse etliche 3D- und Explosionszeichnungen, die Masse sind beschrieben aber die Bauteile sind nicht vermasst. Ich habe alle wesentlichen Bauteile aus der Plankopie herausgemessen (auf mehreren Blättern die Anschlüsse nachgemessen) und direkt auf das Balsaholz übertragen. So sind z.B. die handgezeichneten Spanten/Mallen nicht symmetrisch.
Ich habe den Plan elektronisch heruntergeladen und dann skaliert ausdrucken lassen. Als Referenzmass nahm ich die halbe Rumpfbreite. Dadurch wird meine Brando zu breit um in der Vermessungsbox Platz zu finden. Sie ist um die Dicke der Scheuerleisten zu breit. Und die Länge vom auffälligen Bug zum Heck ist ebenfalls um ca. 1 cm zu lang. Da ich keine Regatten segeln will habe ich darauf verzichtet den Plan nochmals kleiner skaliert drucken zu lassen. Die gleichen Probleme hatte mindetens ein weiterer  Erbauer welcher den Bau in einem Blog beschrieben hat. Lässt man die Scheuerleisten und den vorstehenden Bug weg, kommt man mit den Box-massen ebenfalls über die Runde.
hallo zusammen
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Hier Blatt Nr. 1 mit der Aufsicht und der Seitenansicht. Eingezeichnet die halbe Breite welche ich als Mass für die Skalierung nahm.
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Links oben die Baustufenfotos links unten dr vorbereitete Boden und das Deck. In der Mitte die Seitenwände mit den Anschlägen für die Schotten (oben als "Spanten" bezeichnet) und das Heck.
Ruder und Kielflosse sind aus 2x 1.5mm Flugzeugsperrholz mit Epoxid verklebt, zwischen den Lagen eine Lage Glasfasergewebe 25 gr/m2 mit Leinwandbindung. Alles Material waren Reste von früheren Projekten und noch vorhanden.

der erste Schritt des Zusammenbaus ist gleichzeitig der anpruchsvollste und schwierigste.
[attachment=367] Am Bug werden die Seiten mit Klebeband zusammengehalten. Dazwischen werden die Schotten (oben als Spanten bezeichnet) und das Heck geklemmt. Die Seiten haben etwas Überlänge. Hinten wird mit straffen Gummibändern fixiert, die Seiten haben ordentlich Spannung auszuhalten. Stecknadeln reissen schnell aus. Nach einigen vergeblichen Versuchen klebte ich vorne und hinten auf die eitenwände feine Führungsleisten welche die Schotten in der richtigen Lage festhalten. Alles muss eingemessen werden und kann nicht aus dem Plan übertragen werden- nicht einmal die Länge der Seitenwände. Nach dem sorgfältigen Ausrichten und mehrfachem Kontrollieren habe ich mit mitteldicken Sekundenkleber alles verklebt. Der unverklebte Rumpf verwindet sich sehr leicht!
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Balkweger und Kimmweger werden eingeklebt und für eine formschlüssige Leimung mit kleinen Abständen fixiert. Im Bug wird der dreieckige Steven eingepasst und verklebt.
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hallo zusammen
hier das Einkleben des Kielschweins (Innenkiel oder was auch immer die korrekte Übersetzung Keelson sein könnte).
Jedes weitere Bauteil versteift die Konstruktion zusätzlich und verleiht mehr Stabilität gegen Verwindung.
Der Schwertkasten -Catboote haben oft Schwerter auch wenn es hier ein Kielkasten ist- besteht aus noch vorhandenem 1.5mm Flugzeugsperrholz wird um den Kielrohling gebaut. Ich werde den Kiel anfänglich weder festkleben noch festchrauben. Da der Mast weder verschiebbar noch neigbar ist soll der Trimm über das verschieben des Kiels möglich sein. Ich weiss nicht wie ausgewogen die Brando konstruiert ist. Im Internet findet sich ein Segelvideo dr Brando das mich misstrauisch macht: Das Boot läuft darin keine 10m auf geradem Kurs und ich weiss nicht ob das Absicht ist damit der Filmer die Kamera nicht schwenken muss damit die Brando immer im Bild bleibt oder ob das Boot derart vertrimmt ist. Des halb bleibt im Moment der Kielkasten fast auf seiner ganzen Länge offen damit ich viel Platz zum Schieben/Neigen habe. Ich habe den Kielkasten auch 5mm höher gebaut als im Plan. Ist die Lage des Kiels einmal klar, bekommt der Kiel oben eine Gewindestange oder ein Stück Fahrradspeiche so dass ich ihn mit einer Mutter sichern kann.
Es sei denn ich kriege den kleinen Lipoakku nicht mehr unter das Brettchen so dass das Bötchen auf der konstruierten Wasserlinie liegt.
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Also hab ich meinen Fundus an Srevos aus abgestürzten Fliegern durchsucht und zwei Servos gefunden deren Drehmoment den Angaben von Flavio Feloci auf dem Plan entspricht.
Aus den alten Footys kann ich die - kleinen - LIPO Akkus übernehmen, ein Spannungsregler und ein kleiner Empfänger meines 2.4Ghz Fernsteuersystems sind ebenfalls Weihnachtsgeschenke, der Schalter hat ebenfalls noch herumgelegen.
Jetzt da ich die Einbauhöhen kannte, konnte ich das Brett mit den Servos bauen, wieder mit deren Massen und Hebelausschlägen und seine Höhe im Rumpf festlegen, so dass Akku, ev. Empfänger und Spannungsregler auch auf der Unterseite Platz finden. Deren genaue Lage lege ich fest wenn ich den Schwerpunkt und die Wasserlage kenne. Dann lege ich auch die genaue Form und Lage des Bleigewichts am Kiel fest. Mache ich bei Modellsegelbooten immer so. Auch wenn ich keine Regatten segle, lege ich Wert auf einen sauberen Trimm und der beginnt bei der Wasserlage und einem "durchkonstruierten" Lateralplan.
Die Kieltasche ist an den beiden Schotten angeklebt, also deutlich länger als nötig. Verteilt die Kräfte des langen Kiels besser im Rumpf.
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guten Abend allseits
So hier doch noch eine brauchbare Foto des halbfertigen Servobrettes spielfrei in den Rumpf eingepasst. Der Rumpf ist inzwischen weit gediehen.

Boden und Deck, je aus zwei Teilen zusammengeklebt, sind die einzigen Brettchen welche ich zukaufen musste.  Aber bevor der Boden aufgeklebt wurde kamen vorne in den Rumpf Mastfuss, ein Carbon-Maströhrchen mit 6 mm Innendurchmesser und auf Deckhöhe der Mastpartner. Diese Montage muss sorgfältig erfolgen, ich behalf mir mit folgenden "Messvorrichtungen" auf zwei Achsen.
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[attachment=376] von vorne

[attachment=377]von der Seite.
Die Mastneigung hat viel Einfluss auf die Lage des Segelschwerpunktes im Verhältnis zum Lateralplan.
Moin Martin, bei Wooden Boats gibt's, so wie ich mich erinnere, 2 solcher Footy-Pläne: 1 Slup und eben deinen Cat. - Ich bin
mal gespannt, wie das Teil segelt. Es kann sicher einiges an Wind vertragen. Meine vorbildähnliche MiNi ist ziemlich untertakelt,
obwohl die Fläche denen der Mini650 im Verhältnis entspricht. - Beim letzten Salem-Cup hatte mir Phil deshalb eine SLiM mit B
geliehen. Schon das B ist im Verhältnis riesig. Stell' dich schon mal auf nen größeres Rigg ein und sieh' ggf. noch nen 2. Mast-Koker vor.

Gruß

Egon
hallo Egon
Ja es gibt noch die Presto, auch von F.Faloci gezeichnet. Er dachte ich an die. Aber dann gefielen mir die Proportionen dr Brando doch besser. Und vor allem die Bauweise. Die Presto ist aus einem Vollklotz geschnitten und dann ausgehöhlt. Ich habe nur einmal so gebaut, als Knabe bei meinem allerersten Segelboot.
Ja ich bin auch gespannt wie sie segeln wird. Ich habe aber keine allzugrossen Erwartungen, schau mal was das Segel hergibt.
Für die Idee mit dem zweiten Maströhrchen ist es mir zu spät. Wie Du siehst, bin ich inzwischen am lackieren, jetzt nochmal den Rumpf aufmachen gibt mir zu viel Arbeit.
[attachment=378] vorhin aufgenommen.
Ich weiss ja auch noch nicht mit wieviel Blei ich hinkomme, hab den breiten Brummer noch nie auf die Waage gelegt und will mit dem Tiefgang in der Nähe der konstruierten Wasserlinie liegen. Je nachdem verändert sich die benetzte Fläche noch nennenswert und damit der Rumpfwiderstand. Und je nach Bleigewicht ist auch die Gewichtsstabilität anders. Ich probier erst mal, drum habe ich aber den Kiel variabel einbaubar gehalten.
Ich überlege mir, ob ich mir (nur für die Ausstellungzwecke zu Hause) noch einen Kurzkiel mit Schwenkschwert bastle wie man ihn auf manntragenden Cat sehen kann.
Im Moment steht das Basteln im Vordergrund, fürs Segeln ist es mir im Augenblick zu kalt und zu nass. So wird man alt....

[attachment=379]Plane und verzugsfreie Auflage schleifen und den mit etwas Übermass zugeschnittenen Boden aufkleben. Dann den offenen Rumpf innen zweimal lackieren.
Das Deck mit Übermass zuschneiden, die Plicht ausschneiden und zusammenbauen.
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Da das Deck gewölbt ist ist die Oberkante der Plicht der effektiven Rundung anzupassen und einzukleben. Schien mir einfacher zu machen bevor das Deck verklebt ist. Dann auch das Deck innen lackieren, die Auflage plan schleifen und verkleben.
Während den Trocknungsvorgängen konnte ich immer wieder mal an andern Teilen weiterarbeiten, sei es das Ruder oder die Spieren.
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Hier härtet das Epoxid aus, welches die drei Kiefernleisten 10x2 mm für den Mast zusammenhält. Ich wählte eine Verleimung um möglichst einen verzugsfreien Rohling zu bekommen. Leider liess ich mir die Leisten Corona sei Dank zuschicken und ich konnte sie nicht auswählen. Ich bekam zwei Leisten mit liegendem Verlauf der Jahrringe und schnell gewachsene Kiefer mit weichen Jahrringen. Und tatsächlich: ich entfernte die Gewichte zu früh, der Rohling begann sich im Verlaufe der Härtungstage 2-10 zu biegen. Ich lasse Epoxid immer sehr lange aushärten bis ich schleife und hoble, ich reagier allergisch auf unausgehärtete Epoxidharze. Auch auf die ätherischen Öle in Hölzern wie kanadische Rotzeder. War ein echtes Problem als ich noch Kajaks baute. Maske, Brille, häufiger Kleiderwechsel unumgänglich wenn ich am Ende eines Arbeitstages nicht aus dem vorletzten Loch pfeifen wollte.
Es war wenig Verzug, aber für meinen Geschmack zu viel. 2/3 des Masts sind gleichbleibend 6mm, im obersten Drittel verjüngt er sich auf 4mm. Um es vorweg zu nehmen: ich konnte aus dem Rohling doch noch einen geraden Mast hobeln, musste aber praktisch nach jedem Hobelzug wieder nachmessen. Viel Arbeit, hat aber doch Spass gemacht die Herausforderung anzunehmen. Scheinbar habe ich das genaue hobeln in den letzten Jahrzehnten oft genug geübt.
Ach ja, Cyanoakrylat setzt mir auch zu, zu dem Zeitpunkt hatte ich nach dem Bastelen jeweils eine tropfende Nase und tränende Augen. Als ich als Hochrisikopatient meinen Impftermin erhielt unterbrach ich die Kleberei für ein paar Tage. Nicht dass die mich noch ungeimpft nach Hause schicken.
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Planblatt mit den Aufbauten. Auch hier: alles ausmessen, auf den Brettchenresten anzeichnen und dann ausschneiden. Weil mir das Material in der richtigen Dicke immer mehr auszugehen drohte klebte ich Resten und Restchen zur gewünschten Dicke zusammen. Zeitaufwendig, aber ich habe ja genügend Zeit. Das vordere Drittel des Kiels habe ich mit einem Schwingschleifer schon mal bearbeitet. Eine lärmige Sache und heikel dass das Profil auf beiden Seiten gelichmössig wird. Also hab ich das Teil rst mal wieder weggelegt und dann die hinteren zwei Drittel in mehrerern Etappen mit einer Flachfeile bearbeitet. Dabei helfen die Linien welche durch die verschiedenen Sprerrholzschichten/leimflächen entstehen gleichmässig zu profilieren. Das entstehende Mustr gefiel mir so gut, dass ich mir überlegte Ruder und Kiel klar zu lackieren. Die Arbeit erinnerte mich an den Bau meiner grössten Modellsegeljacht: deutsche Jugendklasse E, auch gezeichnet von A. Tiller in den dreisiger Jahren des letzten Jhrhunderts. 1.27m lang. Eine "Rundbodenscharpie" mit klassischem Kiel und angeformtem Ruderskeg. Ich begann mit einem ca. 30mm dicken Abachibrett und raspelte mir  in über 20 Stunden die Finger wund. Hobeln konnte ich damals mit 18 Jahren noch zu wenig gut.. Auch fehlte mir ein guter Hobel. Dann schnitt ich den untersten Teil weg und nutzte das abgesägte Teil für eine Gussform. Ein Nachbar, Giessereitechniker, besorgte mir an seinem Arbeitsplatz Guss-Sand und zeigte mir wie man eine professionelle Bleigussform herstellt. Heute mache ich die kleinen Gussformen aus Gips, Blei ist nur mehr schwer erhältlich, diesaltee Tage habe ich mir von privat nicht mehr gebrauchte alte Platten von einer Taucherin gekauft.
Ja., so kommen alte Greise ins Schwadronieren über längst vergangene Zeiten
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Das Dach der Aufbauten ist als Einschubdeckel ausgestaltet. Hier sieht man dass ich den Einschub in der Aufbaute zusammenklebte um möglichst wenig Spiel zu erhalten. Trotz Klebeband als Klebeschutz war das erstmalige Herausnehmen des noch instabien Rahmens schwierig.
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Für das Deck fand ich noch Nussbaumstreifen von einem alten Baukasten den ich mal begonnen hatte. Von dem auch noch viele Beschläge lagern zum Beispiel hübsche Messingruderbeschläge die ich aber noch umbauen muss damit ich das Ruder aushängen kann.
Moin Martin, ok, die Prestobauweise ist es dann tatsächlich nicht. - Auch aus so einem Gaffelsegel kann man was rausholen. Mal etws googlen
und dann die einfache "Dreierkröte" (findest du bei Micro-Magic Segel selbst machen oder so) anfertigen. - Die nimmt Phil auch. Such' dir das erstmal raus. Dann sehen wir weiter.
Das Kielgewicht kommt bei mir (fast) immer zum Schluß: Wenn  Footy praktisch segelfertig ist, klebe ich die Bombe mit Powerband an die
Finne und mache den Schwimmtest. Die Bombe wird so lange hin und her probiert und ggf. an der Sohle abgeflacht, bis Footy so schwimmt, wie es soll (d.h, Bombe etwas größer/schwerer wählen, damit noch was ab kann).

Grüße

Egon
hallo Egon
hm die Idee das Gaffelsegel zu profilieren hatte ich bisher noch gar nicht, ebenso die Idee das Rigg zu vergrössern. Ich habe genügend Icarex um zwei oder drei Segel zu machen. Ich hab mal begonnen zu googeln wie denn Gaffelsegel überhaupt profiliert werden. Bin wieder auf das Programm Sailcut CAD gestossen und mach mich mal schlau wie dessen Entwickler die Segel profilieren.
Wie Du in meinem andern Thread gesehen hast arbeitete ich bis jetzt nur mit Vollformen und weiss noch nicht ob ichmir eine Schildkräte bastle. Was ich bis jetzt im Sailcut gesehen habe variert der die Profiltiefe von unten nach oben zwischen 2, 6 und 8%, das kriege ich mit einer Schildkröte nicht hin. Ich such mal weiter und überlege und entscheide dann was ich mache. Auch haben Gaffelsegel sehr schmale Bahnen, zu soviel Arbeit kann ich mich im Moment noch nicht motivieren. Also die Idee mal reifen lassen und am Boot weitermachen. Im Moment bin ich am lackieren, die Rundhölzer konisch hobeln/schleifen, das Ruder befestigen.
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