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Normale Version: Rennziegen
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Moin zusammen, nun hat mich doch noch Phils Affe gebissen! Gegen Phils SLiM's sind die z.Z. gängigen Modell-Segelklassen irgendwie alter
Herren Kähne.... - Doch der Reihe nach:
Zum Salem-Footy-Cup hatte ich meine beiden Footys "Azuli" und "mini" mitgenommen. Ohne irgendwelche Erwartungen. Die wären dann bei
den sehr leichten Winden auch hoffnungslos unterlegen gewesen. Mit dem gerollten A4-Blatt-Experiment "Azuli" habe ich immerhin die erste Wettfahrt als Letzter von 5! beendet. Die zweite war dann DNS. Fazit: Blumentöppe kann man bei den Footys nur mit (auch) für
Wettbewerbe ausgelegten Designs gewinnen. Daran hatte ich bisher eher weniger gedacht. - Das hat Phil wohl auch so gesehen.....
Denn zur dritten Wettfahrt hat er spontan für mich seine SLiM Mk3 fertig gemacht. Von da an bekam ich endlich wirklichen Spaß an der Modellsegelei: Ne SLiM läßt sich tatsächlich wie ne moderne Rennjolle segeln. Das fängt schon beim Start an und geht dann in der Wettfahrt weiter.
Nur bei den Tonnenrundungen hatte ich so meine Probleme. Ob des leichten Windes lief meine SLiM da öfter mal aus dem Ruder. Dann wußte ich
nicht mehr was nun Heck und was Bug ist. Aber auch da halfen dann die Tricks von den Großen. Eben doch Mini-Rennziegen... - Nur Schaukeln
geht nicht!

Nun bekomme ich von Phil ne Schale der Mk2 und die Skizzen für den Rest. Ich werde mich an letztere weitestgehend halten. - Es soll nen richtiges
Baby von Phil werden und auch eins bleiben... 
Noch mal danke, Phil - Egon

PS.: Auch Thomas war nicht untätig: Zum Cup hatte er ne geruckte Footy-Schale dabei, die nen guten Eindruck machte. Wenn ich ihn richtig
verstanden habe, würde er diese, u.U. sogar mit Anhängen, auch an Interessenten preiswert abgeben. Dann könnten beim nächsten Cup  wieder mehr Footys segeln. Der soll 2020 wieder im Mai sein.  Also nur zu! Glaubt mir, es lohnt sich wirklich...
Au prima! Schön hier den Bau beschreiben. Ist der Rumpf ein GFK-Formteil oder Balsa auf Spanten?
Die SLIMs sehen sehr potent aus und gut durchkonstruiert.
Phils SLiMs 2 und 3 sind in Formen als Halbschalen mit GfK/CfK laminierte Modelle. Die SLiMs sind ansonsten reine Rennziegen und wollen auch so
gesegelt werden. - Die für mich bestimmten Schalenhälften sind laminiert und härten z.Z. aus....
Irgendwelche Rechnerdaten sind von Phil nicht zu bekommen. Es gibt keine! - Thomas hat's versucht.
Allerdings machte das Druckteil von Thomas auch nen guten Eindruck. Von ihm kannst du sicher ne Schale, u.U. sogar mit Anhängen, bekommen.
Gruß, Egon
Ah so ist das. Ich wollte die ja nicht Raubkopieren, nur wissen wie der Slim gebaut ist.
Da hätte Phil wohl eher keine Bedenken. Vielmehr ist die SLiM2 wohl eher nach Art des Nat Herreshoff entstanden! Und so segelt sie auch!
Moin zusammen, Wetter und Erkältung lassen mir mal was Zeit. Deshalb generell mal was zu Race-Footys : Bisher waren meine Footys eher Experimente und an den großen Vorbildern orientiert (Degas-Rigg, gerolltes DIN A4-Blatt, mini 650). Nun bekomme ich dazu noch ne SLiM2 und damit (hoffentlich) auch nen wirklich wettbewerbstaugliches Footy.
In Salem konnte ich Phils SLiM3 segeln. Durchgehend mit ca. BB-Rigg. Während Phil und Kaspar fast vor jedem Lauf zwischen AA und BB wechselten und ihre 1. und 2. etwa ausgeglichen waren. Selbst folgte ich dann mit (fast) durchgehend 3.
Fazit: Die SLiMs, wie vermutlich auch seinerzeit die Breithorn, segeln in einer anderen Liga! Grundvoraussetzung ist absoluter und trotzdem hinsichtlich Festigkeit optimierter Leichtbau und ein Satz funktioneller, leichter und trotzdem steifer Riggs mit profilierten Folien- oder Gittermylarsegeln. Somit könnten Footys die Klasse der nun in die Jahre kommenden Regattasegler moderner Gleitjollen und Kielboote werden. So wie ich es schon bin und Phil auch einer ist. Mit den Teilen kann man sich beim Start belauern und auf der Bahn auch richtig tricksen. Was mit
den gängigen, eher Straßenbahn fahrenden Klassen, kaum möglich ist.
Weiter geht's dann mit den Footys im Detail....
Gruß, Egon
Moin zusammem, #1 Rules, Box, Rumpf:
Rules: Bei den Footys gilt eine Box-Rule, wie sie boxer nicht sein kann. - Am Anfang des Wettsegelns mit Yachten wurden diese in Klassen eingeteilt, deren Boote wiederum in eine bestimmte Vermessungsformel passen mußten. Diese Formeln, in die Gewicht, Länge, Wasserlinienlänge, Gewicht, Tiefgang, Segelfläche etc. mit verschiedenen Faktoren eingingen, waren anfangs sehr kompliziert. Erst ab ca. der 80er wurden diese letztlich bis zu den heute angewandten Box-Rules mit jeweiligen Ergänzugen, z.B. Masthöhe, Segelfläche, vereinfacht.
Obwohl auch die ersten RC-Klassen praktisch schon Box-Rules hatten, stellen sie bis heute noch die Tendenzen der 80er dar: Letztlich begünstigen
die elativ kleinen max. Segelflächen die schmalen Konstruktionen. Die Nano-Class-Rules passen da schon eher in die Zeit.
Die Footy-Rules sind da sogar noch offener. Und haben so zu ner eher eigenwilligen Auslegung und Entwicklung geführt: Hier gibt's tatsächlich
ne richtige Box. Nicht nur die Maße Länge, Breite, Tiefgang. Die Footy-Macher wollten mit der auch tatsächlich vorhandenen Box vermutlich u.a. eine einfache und schnelle Vermessungskontrolle erreichen. Darauf weisen auch die Schlitze in der Mitte der beiden Endplatten hin. Daran, dass Formelschinder auf die Idee kommen könnten, die Rümpfe diagonal und mit "Stecker" in die Box zu stellen um die WL zu verlängern, hatten sie sicher nicht gedacht. Doch so sind wir nun in der Situation, Designs, wie sie etwa in den 50ern gängig waren, mit den heutigen, halb so breit wie lang, vergleichenzu können.
Rümpfe: Selbst habe ich praktische Erfahrung nur mit den SLiMS von Phil bei Schwachwind bis beinahe Flaute. Trotzdem hat mich Phils System
dessen Potential überzeugt. Obwohl die Schale wohl eher, bleiben wir bei unseren eigenen Leuchtürmen, Artur Tiller als Juliane Hempel,
eingefallen wäre: Sharpie und Fischschwanztheorie sind Vergangenheit. Nur, wenn die SLiM2 nicht so überaus erfolgreich wäre. - Im Tankschlepp würde sie auch sicher eher schlecht aussehen. Will heißen, bei Footys ist Intuition und nicht DELFTship gefragt!
Die SLiM 2, ein Sharpie mit runden Kanten, größter Breite bei ca. 40% und zum Heck schamal auslaufend (Fischschwanz) und dazu passender
Kiellinie hat eben auch andere, bei Footys wichtige, Merkmale: Der gestreckte Rumpf steht für gut Kursstabilität und die geraden, senkrechten
Seiten wirken der Abdrift entscheidend mit entgegen. Zudem ist die bei vorgegebener Verdrängung mögllchst flache Kielline bei Sharpies
schon konstruktionsbedingt. - Die Fat Boy Slim ist in der Draufsicht ähnlich, hat aber einen Halbkreis-Unterwasserspant und ist so auf minimale
benetzte Oberfläche optimiert. Der direkte Vergleich ergab Vorteile für die SLiM2.
In Erinnerung habe ich noch die seinerzeit gut dokumentierte, heute leider nicht mehr zu findende, Breithorn. Aber auch die Breithorn war ein
komplett aufeinander abgestimmtes System eines Semi-Profis, wie eben auch das von Phil ist. Interessant wäre hier ein direkter Vergleich....
Die Schale selbst sollte möglichst leicht und dabei verzugs- und beulstabil und dicht! sein. Zu erreichen ist das praktisch nur mit einer CfK/GfK-
Konstruktion. Für die vereinigte Druckergilde würde das heißen: Enteder gleich die Form drucken oder den Profi-Weg über gedrucktes Positiv und
laminierte Form zu gehen. - Wenn der doch auch bei der NANO erlaubt wäre. Denn er lohnt sich!
Beide SLiMs hat Phil bei Sail Footy UK so ausführlich dokumentiert, dass man diese auch gut "nachempfinden" kann....
Gruß, Egon
Moin zusammen, weiter mit der vermutlichen Idee der Footy-Macher: Sie wollten sowas wie ne 6.50classemini, aus der bei den Offshore-Seglern, obwohl deren kleinster Klasse, die meisten Innovationen der letzten Jahrzehnte kommen, auch bei den Modellen etablieren. - Deshalb  halb so breit wie lang. D.h. aber auch, dass das Diagonalstellen in die Box ihren Vorstellungen nicht entsprechen würde! Letzteres ergiebt zwangsläufig Verdränger, die in ihrem eigenen Wellental gefangen sind. Das will nicht heißen, dass  mit den Tricks vertraute Steuerleute auch diese Typen bei entsprechenden Bedingungen in den Surf bringen und den auch länger durchhalten könnten.
Denn genau letzteres ist das Problem der Designs mit den breiten Hinterteilen: Auch meine Footys sind bei entsprechenden Bedingungen leicht
ins Surfen zu bringen. Doch es mangelt ihnen, wie allen modernen Degigns mit der Breite im letzten Drittel, an Geradeauslauf. Bei jedem kleinen
Drücker schießen sie in den Wind, aus ist der Spaß.  So schnell kann man vom Ufer aus garnicht reagieren. - Auch die Ministen müßen deshalb
am Wind selbst segeln! Die Autopiloten können nur steuern....
Es gilt also, hier einen obtimalen Kompromiß zu finden. So ist das Spielfeld für engagierte Footy-Degigner, auch nach Breithorn und SLiMs, weiter
offen. Für die wäre es sicher eine gute Idee, wenn sie es nicht sowieso schon tun, bei chevaliertaglang.blogspot.com die aktuellen Designs
zu studieren. U.a. auch, was er zu den Maxiscows geschrieben hat. - Auch wenn Scows bei den Footys eher in Richtung Opti tendieren.
Selbst bin ich gespannt, was da noch so alles kommt. Mit der aufkommenden Druckerei wird das Umsetzen eigener Ideen nun mal wesentlich
erleichtert. Muß ja nicht gleich ne Rennziege herauskommen...
Gruß, Egon
Moin zusammen, gestern habe ich nun Phils Päckchem vom Zoll geholt. - Gekostet hats dann nichts. Phil hatte mit 90€ zu hoch deklariert. Nur bis
40€ wärs nen Geschenk gewesen. Denn die SLiM ist auch eins: Die Schale ist 35g leicht bei bestem Finish. Lack ist nicht nötig. Dazu noch Finne
und Ruder sowie einige Kleinteile, leicht und filigran. Da muß ich mich schon umstellen....
Selbst habe ich nun mal Schreiber Holz-OK GER120 und auch Laser gesegelt. Etwa so sind meine Footys auch gebaut. Ne SLiM ist dagegen
eher ne Flying Moth... Aber noch kann die SLiM nicht fliegen. Kann sein, dass Phil das auch noch schafft. Gruß, Egon
Und wieso hats dann nichts gekostet? Hat Phil umdeklariert oder hat der Beamte zwei Augen zu gedrückt?
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